Presse

AUSSTELLUNG, KURZFILM UND PODIUMSDISKUSSION
„Zusammenleben in Vielfalt“ am 29.11.2021 in Hannover-Linden

Zehn Personen blickten von den Roll-Ups der Ausstellung den Gästen entgegen, die am 29.11.2021 um 18 Uhr die Veranstaltung „Rassismus macht krank“ der Initiative für Internationalen Kulturaustausch e.V. (IIK) in der Warenannahme des Kulturzentrum Faust besuchten. Im Rahmen des hannoverschen Menschenrechts-Bündnisses zum Thema „Gesundheit für alle?“ lud die IIK mit der Veranstaltung zu einer Auseinandersetzung mit dem Thema Rassismus und Gesundheit ein.

Diese zehn Menschen zeigen im Rahmen des IIK-Projektes „Zusammenleben in Vielfalt“ (ZiV) ihr Gesicht für rassistische Erlebnisse, die sie tagtäglich machen müssen. Sie wollen das gesellschaftliche Bewusstsein für rassistische Diskriminierung erhöhen. Sie wollen, dass ihre Kinder in einer Rassismus-kritischeren Gesellschaft aufwachsen. Sie berichten stellvertretend für die vielen anderen, die aufgrund ihrer (vermeintlichen) Herkunft oder Religion, ihres Aussehens oder Namens beurteilt und abgewertet werden.

IIK-Leiterin Mahjabin Ahmed eröffnete mit einer Rede die Ausstellung, in der sie ins Thema „Rassismus und Gesundheit“ einführte und die Leistung der Projektteilnehmer*innen von ZiV würdigte: Ich bewundere ihre emotionale Stärke, gegen Rassismus aufzustehen und darüber zu reden, Gesicht zu zeigen. Es braucht schon allein eine gehörige Portion Mut und Durchhaltevermögen, jeden Tag wieder aufs Neue den Kopf hochzuhalten und nicht unterzugehen, wenn man sich täglichen Anfeindungen widersetzt.

Nachdem die Gäste den letzten freien Platz in der Warenannahme belegt haben, wurde der erste Projektfilm von ZiV gezeigt, in dem vier Teilnehmer*innen ihre Geschichten erzählen und anderen Betroffenen Mut machen. Dieser Film leitete die anschließend stattfindende Diskussion zum Thema „Rassismus macht krank“ ein.

Auf dem Podium diskutierten Kai Weber (Nds. Flüchtlingsrat), Iyabo Kaczmarek (B90/Die Grünen), Thomas Klapproth (CDU), Bala S. Ramani (SPD) und Pia Ahmed (Zivilgesellschaft) über die verschiedenen Facetten von rassistischer Diskriminierung. Einig waren sich alle Diskutant*innen dabei, dass es noch ein weiter Weg zu einer ernsthaft Rassismus-kritischen Gesellschaft ist und wir alle in der Verantwortung stehen, daran zu arbeiten. Integration ist keine Einbahnstraße – damit sie gelingen kann, brauchen wir Strukturen in Politik und Verwaltung, die Geflüchtete ernsthaft dabei unterstützen, in Deutschland anzukommen. Und das geht natürlich nur, wenn wir auch Betroffene selbst in den Ämtern und Behörden haben. Menschen, die Migrations- oder auch Diskriminierungs-Erfahrungen selbst schon gemacht haben und vielleicht auch noch die ein oder andere Fremdsprache sprechen.

Vor allem aber muss jede*r Einzelne sich selbst und die eigenen Handlungen kritisch hinterfragen. Manch nett gemeinte Frage wie „Woher kommst du?“ betont eher die vermeintliche „Fremdheit“ einer Person als eine Verbindung zu schaffen – sagt die Antwort doch auch nichts über die Persönlichkeit des gefragten Menschen aus. Stattdessen könnte man fragen „Wie geht es dir?“ oder „Was hast du heute gemacht?“.

Die Veranstaltung zum Thema Rassismus macht krank hat sehr berührt durch die vorgestellten berührenden Portraits von Menschen verschiedener Biografien, durch die vielfältigen Podiumsgäste – und durch ein Publikum, das trotz Pandemie kam und zuhörte, las, mitfühlte und sprach.

Ausstellung und Kurzfilm sind Ergebnisse des Antidiskriminierungs-Projektes „Zusammenleben in Vielfalt“, das seit April 2021 von der IIK durchgeführt wird. In dem Projekt können sich Menschen, die Rassismus erleben, in Workshops empowern. Sie können mit Unterstützung von Profis ihre Erfahrungen, ihr Wissen und ihre Expertise in künstlerischen Formaten wie Texten, Film und Fotos ausdrücken und der Öffentlichkeit zugänglich machen.


ZEITUNGSARTIKEL ÜBER RASSISMUS UND GESUNDHEIT
von Projektleiterin Solá Tschaeschel



ANTI-RASSISMUS WORKSHOPS UND EMPOWERMENT FÜR BETROFFENE
Projektstart „Zusammenleben in Vielfalt“ der IIK e.V.

Mit dem Projekt Zusammenleben in Vielfalt (ZiV) leistet die Initiative für Internationalen Kulturaustausch e.V. (IIK) gemeinsam mit Menschen, die rassistisch diskriminiert werden, einen Beitrag zum Abbau von rassistischer Diskriminierung. „Diskriminierung und Rassismus bringen Ignoranz und sind Gift für unsere Gesellschaft“ sagt IIK-Leiterin und Koordinatorin von ZiV, Lipi Mahjabin Ahmed: „Wir sehen das jeden Tag und müssen alle zusammen etwas dagegen unternehmen.“

Biographische Inhalte und eigene Erfahrungen als Basis
In den Antirassismus- und Empowerment-Workshops mit geschulten Trainer*innen analysieren Teilnehmer*innen aus ihren eigenen biographischen Erfahrungen typische Diskriminierungsmuster und entwickeln Handlungsstrategien gegen Rassismus.

Nächste Workshops:

Samstag, 29.01.2022 von 12:00 – 15:00 Uhr

Donnerstag, 03.04.2022 von 17:00 – 20:00 Uhr

Teilnahme kostenlos, Anmeldung: ziv@iik-hannover.de

Ergebnisse für die Öffentlichkeit
Mit professioneller Unterstützung entwerfen, erstellen und präsentieren Projektteilnehmerinnen eigene Filme, literarische Texte und Ausstellungen über ihre Erfahrungen und Strategien für die Öffentlichkeit. Die Ergebnisse werden in verschiedene Gremien der Stadtgesellschaft auf (Schulen, Sportvereine, Stadtteilforen, Initiativen und Organisationen) getragen.

Der Verein Initiative für Internationalen Kulturaustausch e.V. (IIK)
Die Initiative für Internationalen Kulturaustausch e.V. (IIK) auf dem Gelände des Kulturzentrum Faust in Linden-Nord arbeitet seit über 30 Jahren mit Geflüchteten und Menschen mit Einwanderungsgeschichte zusammen. Sie engagiert sich für einen interkulturellen Dialog zwischen gleichberechtigten Partnerinnen in einer größeren Vielfalt von Kulturen und für einen produktiven und kreativen Umgang mit Konflikten.

Die Kooperationspartner*innen
MigrantInnenSelbstOrganisationen-Netzwerk Hannover e.V. (MiSO) miso-netzwerk.de
MedienWerkstatt Linden e.V. medienwerkstatt-linden.de
Verein Niedersächsischer Bildungseinrichtungen e.V. (VNB) vnb.de

Presseinformation

Projektstart „Zusammenleben in Vielfalt“ (Antidiskriminierungsprojekt) der IIK
Projektverantwortliche: Mahjabin Ahmed, Solá Tschaeschel, Lisa Langhans

ziv@iik-hannover.de | 0511-440484
Initiative für Internationalen Kulturaustausch e.V. – Zur Bettfedernfabrik 1 – 30451 Hannover

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Pressefotos: Für redaktionelle Zwecke zu Beschreibungen dieses Projektes oder zu Ankündigungen von Workshops dieses Projektes frei verwendbar mit der Angabe „Foto: IIK e.V.“